BlogCase StudySenkung der Ausschussquote von über 20 % auf unter 5 %

Senkung der Ausschussquote von über 20 % auf unter 5 %

Senkung der Ausschussquote von über 20 % auf unter 5 %

Ausgangssituation

Ein internationaler Halbleiterhersteller (Assembly-Bereich, Asien) verzeichnete eine Ausschussquote von über 20 % bei der Bestückung und Montage von Halbleitern auf Platinen. Trotz intensiver Ursachenanalysen konnte kein eindeutiger Fehler identifiziert werden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren erheblich:
  • Hoher Materialverlust
  • Nacharbeit und Qualitätskosten
  • Instabile Produktionsprozesse
  • Steigender Druck auf Produktion und Instandhaltung

Zielsetzung

Nachhaltige Reduktion der Ausschussquote durch systematische Stabilisierung der Produktions- und Instandhaltungsprozesse.

Vorgehen

Im Rahmen einer ganzheitlichen Analyse wurde die gesamte Produktionslinie untersucht:
  • Maschinenparameter und Toleranzketten
  • Instandhaltungsvorgaben
  • Qualifikation der Techniker
  • Eskalations- und Fehlersuchprozesse
  • Tooling- und Informationsverfügbarkeit
Die Analyse zeigte:
  • Einzelne Maschinen waren innerhalb ihrer Toleranz, erzeugten jedoch in Kombination kritische Abweichungen
  • Instandhaltungsanweisungen waren unklar oder unvollständig
  • Fehlersuche erfolgte nicht standardisiert
  • Eskalationswege waren nicht definiert
  • Techniker waren nicht systematisch maschinenspezifisch qualifiziert
  • Werkzeuge, Daten und Manuals waren nicht strukturiert verfügbar

Umgesetzte Maßnahmen

Einführung eines strukturierten TPM-Ansatzes
(TPM = Total Productive Maintenance – ganzheitliches produktives Instandhaltungsmanagement)

Kernbestandteile:
  • Aufbau autonomer Instandhaltung mit klarer Aufgabenverteilung
  • Systematische Qualifizierung der Mitarbeitenden je Maschine
  • Standardisierung des Toolings über alle Linien
  • Einführung digitaler Jobcards mit Messwerterfassung
  • Automatische Abweichungserkennung mit direkter Verlinkung zu Maßnahmen und Manuals
  • Klare Eskalations- und Entscheidungsprozesse
  • Einführung eines Reliability Managements zur Analyse wiederkehrender Fehler
  • Anpassung von Wartungsintervallen und präventiven Inhalten

Die Instandhaltung wurde von reaktiver Fehlerbehebung zu einem strukturierten, datenbasierten System weiterentwickelt.

Ergebnis

  • Reduktion der Ausschussquote von über 20 % auf unter 5 %
  • Deutlich stabilere Produktionsprozesse
  • Nachhaltige Verbesserung der Maschineneinstellung
  • Weniger ungeplante Unterbrechungen
  • Höhere Transparenz über Fehlerursachen
  • Systematischer Kompetenzaufbau im Team

Schlüssel zum Erfolg

Nicht ein einzelner Defekt war die Ursache – sondern das Zusammenspiel aus Toleranzen, unklaren Standards und fehlender Systematik. Durch ganzheitliches Instandhaltungsmanagement, klare Prozesse und gezielte Qualifizierung wurde die Produktionsqualität nachhaltig stabilisiert.

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