Reduktion der Standzeit bei Triebwerkswechseln um 50 %
Ausgangssituation
Bei geplanten Triebwerkswechseln wurde das Flugzeug tagsüber in die Werfthalle
eingebracht, das Triebwerk gewechselt und die Arbeiten am Abend abgeschlossen.
Aufgrund von Lärmschutzauflagen durfte der vorgeschriebene Run-up
(Leistungslauf) jedoch nicht mehr am Abend durchgeführt werden.
Die Folge:
Das Flugzeug blieb über Nacht stehen, der Run-up erfolgte erst am nächsten Morgen –
der erneute Einsatz im Flugbetrieb war somit erst am darauffolgenden Abend möglich.
Ein zusätzlicher Tag Bodenzeit bei einem hochproduktiven Asset.
Zielsetzung
Reduktion der Gesamtliegezeit mit dem ambitionierten Ziel:
Rückkehr des Flugzeugs in den Flugbetrieb noch am selben Tag.
Vorgehen
Im Rahmen einer ganzheitlichen Prozessanalyse wurde nicht nur der technische Ablauf
in der Halle betrachtet, sondern die gesamte Prozesskette:
- Umlaufplanung und Ankunftszeiten
- Schleppprozesse
- Schichtmodelle
- Arbeitsvorbereitung
- Material- und Toolverfügbarkeit
Durch Anwendung von Lean Management sowie Wertstromanalyse und -design wurden
ungenutzte Potenziale identifiziert.
Entscheidend war die bereichsübergreifende Abstimmung mit Operations und Flugplanung.
Umgesetzte Maßnahmen
- Anpassung des Umlaufs, sodass das Flugzeug frühmorgens am HUB landete
- Priorisierte Halleneinbringung direkt nach Passagierausstieg
- Vollständige Arbeitsvorbereitung durch die Nachtschicht
- Bereitstellung sämtlicher Materialien, Tools und Dokumente vor Ankunft
- Sofortiger Arbeitsbeginn mit kompletter Mannschaft
Ergebnis
- Deutliche Beschleunigung des Triebwerkswechsels
- Durchführung des Run-up bereits am Nachmittag
- Wiedereinsatz des Flugzeugs am selben Tag
- 50 % Reduktion der Standzeit
- Signifikante Steigerung der Asset-Produktivität
Schlüssel zum Erfolg
Nicht die technische Arbeit war der Engpass –
sondern die fehlende Synchronisation entlang der gesamten Prozesskette.
Exzellente Vorbereitung und bereichsübergreifendes Denken machten das scheinbar
Unmögliche möglich.