Ausgangssituation
Bei großen Mehrjahresfristen von Stadtbahnen war eine geplante Standzeit von vier bis fünf Wochen vorgesehen.
In der Realität lag die durchschnittliche Durchlaufzeit jedoch bei sieben bis acht Wochen.
Die Konsequenzen:
- Massive Abweichungen vom Jahresplan
- Blockierte Hallenflächen und Stellplätze
- Engpässe im Gesamtbetrieb
- Hoher Druck auf Planung und Führung
Die Verlängerung war kein einzelnes Ereignis, sondern das Ergebnis eines schleichenden Prozesses.
Zielsetzung
Stabile, planbare Fristdurchläufe innerhalb der vorgesehenen vier bis fünf Wochen – ohne zusätzliche Ressourcen.
Vorgehen
Im ersten Schritt wurde der Ist-Ablauf vollständig aufgenommen:
- Arbeitskarten und Arbeitspakete
- Schichtmodelle
- Übergabepunkte
- Gewerkeübergreifende Schnittstellen
- Engineering- und Qualitätsprozesse
Beteiligt waren alle relevanten Bereiche:
- Mechanik
- Elektrik
- Struktur
- Qualität
- Arbeitsplanung
- Engineering
Die Analyse zeigte:
- Befunde wurden zu spät erhoben
- Komponenten zur Revision wurden erst spät ausgebaut
- Bearbeitungsstände blockierten sich gegenseitig
- Gewerke arbeiteten parallel ohne optimale Abstimmung
- Wiederkehrende Unterbrechungen verlängerten die Gesamt-Durchlaufzeit
Umgesetzte Maßnahmen
- Frühzeitige Identifikation markanter Befunde
- Vorziehen kritischer Komponenten-Aus- und -Einbauten
- Optimale Abfolge der Bearbeitungsstände (Dachstände, Hebestände, Drehgestelle, Lackierung etc.)
- Klare Planung je Gewerk pro Arbeitstag
- Vermeidung gegenseitiger Behinderungen
- Einführung definierter Übergabepunkte
- Gezielte Puffertage zur Stabilisierung des Gesamtplans
Der neue Ablauf war nicht nur schneller, sondern strukturell robuster.
Ergebnis
- Reduktion der Durchlaufzeit um 30–50 % in Pilotprojekten</